Tausende Steinstufen und traditionelle Bergdörfer

Nepal, 17. Oktober 2026

Unser fünfter Trekkingtag begann im Forest Camp auf etwa 2550 Metern Höhe. Nachdem wir am Vortag bereits zahlreiche Höhenmeter zurückgelegt hatten, stand heute zunächst ein langer Abstieg auf dem Programm. Und der sollte sich als durchaus schmerzhafte Angelegenheit erweisen. Denn meine Waden machten sich schon am Morgen bemerkbar. Der Muskelkater vom Vortag hatte ordentlich zugeschlagen und ausgerechnet heute mussten wir über tausende Steinstufen bergab laufen. Wer schon einmal längere Zeit bergab gewandert ist, weiß sicherlich, dass dies für die Muskulatur manchmal anstrengender sein kann als der Aufstieg. Besonders dann, wenn die Stufen, wie hier in Nepal, völlig unterschiedliche Höhen haben. Mal sind sie flach, mal ungewöhnlich hoch, manchmal sehr schmal und dann wieder so steil, dass man sich jeden Schritt genau überlegen muss. Ein gleichmäßiger Laufrhythmus ist da kaum möglich. Und meine ohnehin schon schmerzenden Waden fanden das natürlich überhaupt nicht lustig.

Dennoch war die Landschaft wieder wunderschön. Wir wanderten durch grüne Berglandschaften, vorbei an kleinen Siedlungen und terrassenförmig angelegten Feldern, auf denen die Menschen Reis, Mais und vor allem Hirse anbauen. Gerade Letztere begegnete uns immer wieder und prägt in dieser Jahreszeit das Landschaftsbild.

Besonders gut gefiel mir das Bergdorf Landruk auf etwa 1565 Metern Höhe. Hier entdeckte ich zahlreiche traditionelle Häuser, die überwiegend aus Naturstein errichtet und teilweise mit wunderschönen Holzelementen verziert waren. Diese alten Gebäude haben einen ganz besonderen Charme und fügen sich wunderbar in die umliegende Berglandschaft ein. Man merkt schnell, dass hier vieles noch sehr ursprünglich ist.

Eine weitere Pflanze, die uns in Landruk begegnete, war Cannabis. Teilweise wächst es hier ganz selbstverständlich am Wegesrand. Hanf hat in Nepal eine lange Tradition und wurde früher unter anderem zur Herstellung von Seilen, Stoffen und anderen Alltagsgegenständen verwendet. Auch als Heilpflanze und natürlich zum Rauchen wird Cannabis genutzt.

Nach Landruk führte uns der Weg weiter hinunter in das Tal des Modi Khola, eines Flusses, der von den Gletschern des Annapurna-Massivs gespeist wird. Nach mehr als viereinhalb Stunden Wanderung erreichten wir schließlich eine kleine Siedlung am Fluss, wo wir unsere wohlverdiente Mittagspause einlegten.

Doch wer nun glaubte, der anstrengende Teil des Tages wäre geschafft, hatte sich leider getäuscht. Denn auf der gegenüberliegenden Talseite wartete bereits der nächste Aufstieg auf uns. Unser Tagesziel hieß Ghandruk, ein traditionelles Gurung-Dorf auf etwa 1940 Metern Höhe. Und natürlich führte auch dieser Weg wieder über unzählige Steintreppen. Es ging ordentlich bergauf, und nach dem langen Abstieg am Vormittag verlangten diese letzten Höhenmeter noch einmal einiges von uns ab. Rund zwei Stunden später, gegen 14:45 Uhr, erreichten wir schließlich Ghandruk. Trotz der Anstrengungen wollte ich mir den Ort natürlich noch etwas genauer anschauen. So besuchten wir unter anderem ein kleines Museum, in dem verschiedene Gegenstände und Informationen über das Leben, die Geschichte und die Kultur der Menschen ausgestellt waren. Besonders lustig fand ich dabei das Schild am Eingang. Dort stand sinngemäß: „Eintritt frei – 100 Rupien.“ Eine wirklich interessante Interpretation von kostenlosem Eintritt. Anschließend schauten wir uns noch ein kleines Kloster an, bevor ich einen Abstecher zum Sportplatz machte, auf dem Basketball und Volleyball gespielt werden können. Ein weiteres Highlight wartete schließlich in unserer Unterkunft auf mich: eine richtig schöne heiße Dusche! Nach den vergangenen Tagen in teilweise sehr einfachen Unterkünften und dieser anstrengenden Wanderung war das tatsächlich ein kleiner Luxus, den ich ausgiebig genoss.

Thousands of stone steps and traditional mountain villages

Our fifth trekking day started at Forest Camp, at an altitude of about 2,550 metres. After climbing and descending many metres the day before, we had a long downhill walk ahead of us today. And this turned out to be quite painful. My calves were already hurting in the morning. The muscles were still sore from the previous day, and unfortunately, today we had to walk down thousands of stone steps. Anyone who has ever walked downhill for several hours probably knows that going down can sometimes be harder on the muscles than going up. Especially when the steps, as here in Nepal, are all different in height. Some are flat, others are unusually high, some are very narrow, and others are so steep that you have to think carefully about every step. It is almost impossible to find a comfortable walking rhythm. And of course, my already painful calves did not enjoy this at all.

Nevertheless, the landscape was beautiful again. We walked through green mountain scenery, passed small villages and terraced fields where local people grow rice, maize and especially millet. We saw millet growing almost everywhere, and at this time of year, it is an important part of the landscape.

I especially liked the mountain village of Landruk, at about 1,565 metres. Here I discovered many traditional houses, mostly built from natural stone and sometimes decorated with beautiful wooden details. These old buildings have a special charm and fit perfectly into the surrounding mountain landscape. You quickly notice that life here is still very traditional.

Another plant we saw in Landruk was cannabis. In some places, it grows naturally along the paths. Hemp has a long history in Nepal and was traditionally used to make ropes, clothes and other everyday products. Cannabis is also used as a medicinal plant and, of course, for smoking.

After Landruk, our path continued downhill into the valley of the Modi Khola, a river fed by glaciers from the Annapurna mountains. After more than four and a half hours of walking, we finally reached a small settlement near the river, where we enjoyed a well-deserved lunch break. But anyone who thought the hardest part of the day was already over was unfortunately wrong. On the other side of the valley, another climb was waiting for us. Our destination for the day was Ghandruk, a traditional Gurung village at about 1,940 metres. And of course, this path also had countless stone steps. It was a steep climb, and after the long downhill walk in the morning, these final metres uphill required a lot of energy. About two hours later, at around 2:45 pm, we finally arrived in Ghandruk.

Despite being tired, I still wanted to explore the village a little. We visited a small museum where different objects and information about the life, history and culture of the local people were displayed. I found the sign at the entrance especially funny. It basically said: “Free entrance – 100 rupees.” A very interesting interpretation of free entry! Afterwards, we visited a small monastery before I made a short trip to the sports ground, where people can play basketball and volleyball. Another highlight was waiting for me at our accommodation: a really nice hot shower! After the last few days in some very basic accommodations and today’s exhausting hike, this was a little luxury that I really enjoyed.

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