Nepal, 18. Oktober 2026
Am heutigen Morgen zeigte sich der Himalaya wieder einmal von seiner schönsten Seite. Der Himmel war klar, die Sonne schien und vor uns präsentierte sich die imposante Annapurna-Bergkette mit ihren schneebedeckten Gipfeln. Es war angenehm warm und ich konnte mich erneut kaum sattsehen an diesem wunderbaren Panorama. Diese Berge faszinieren mich einfach immer wieder aufs Neue.
Unser heutiges Tagesziel war Dobato auf etwa 3350 Metern Höhe. Das bedeutete, dass wir von Ghandruk aus wieder mehr als 1300 Höhenmeter überwinden mussten. Und das nach den Strapazen des Vortages! Eine durchaus sportliche Herausforderung, wie sich im Laufe des Tages zeigen sollte. Die ersten anderthalb Stunden liefen sich noch recht angenehm. Wir kamen gut voran, genossen das schöne Wetter und wanderten durch eine abwechslungsreiche Berglandschaft. Doch dann wurde es zunehmend anstrengender. Der Weg führte wieder steil bergauf und die zahlreichen Höhenmeter machten sich mit jedem Schritt deutlicher bemerkbar. Zwischendurch begegneten uns kleine Wasserläufe, die teilweise wie schmale Wasserfälle den Berghang hinunterflossen. An manchen Stellen wurde der Weg wieder etwas angenehmer, sodass ich meinen Rhythmus finden und die Natur um mich herum genießen konnte. Besonders beeindruckend fand ich dabei die wunderschönen Rhododendronwälder, durch die wir einen Teil unserer heutigen Strecke wanderten. Während diese Bäume in Europa meist als kleinere Sträucher bekannt sind, wachsen sie hier im Himalaya teilweise zu stattlichen Bäumen heran. Ihre Stämme und Äste sind oft auf eine ganz eigentümliche Weise verdreht, verschlungen und verwachsen, sodass man sich stellenweise tatsächlich wie in einem verwunschenen Märchenwald fühlt. Ich liebe solche ursprünglichen Wälder, in denen die Natur scheinbar noch weitgehend sich selbst überlassen ist. Die alten Bäume mit ihren bizarren Formen, die üppige Vegetation und die besondere Atmosphäre machten diesen Abschnitt für mich zu einem der schönsten des Tages. Und wer weiß, vielleicht saß ja irgendwo hoch oben in den Ästen ein Roter Panda und beobachtete uns. Diese seltenen Tiere leben auch in Bergwaldgebieten Nepals, sind allerdings äußerst scheu und nur sehr schwer zu entdecken. Wie gerne hätte ich einmal eines dieser außergewöhnlichen Tiere in freier Wildbahn gesehen! Doch dieses Glück war uns leider nicht vergönnt. Dafür hatten wir eine andere schöne Tierbegegnung. In den Bäumen entdeckten wir mehrere graue Languren, Affen mit einem silbrig-grauen Fell und einem auffällig dunklen Gesicht, das von helleren Haaren umrahmt wird. Es war faszinierend, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.



Mit zunehmender Höhe veränderte sich schließlich die Landschaft. Die Wälder wurden lichter und wir näherten uns allmählich der natürlichen Baumgrenze. Gleichzeitig wurden meine Beine zunehmend schwerer. Die vielen Höhenmeter, die steilen Anstiege und natürlich auch die Anstrengungen der vergangenen Tage machten sich bemerkbar. Insgesamt waren wir heute etwa acht Stunden unterwegs, davon ungefähr sieben Stunden reine Wanderzeit und eine Stunde Pause. Und diese sieben Stunden hatten es wirklich in sich!



Es war eine dieser Etappen, bei denen man zwischendurch durchaus einmal die Frage stellen kann, warum man sich das eigentlich freiwillig antut. Doch dann genügte wieder ein Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Himalayas, auf die wunderschönen Wälder oder die beeindruckenden Landschaften, und schon wusste ich wieder, warum ich so gerne in den Bergen unterwegs bin. Schließlich erreichten wir unser heutiges Tagesziel Dobato auf ungefähr 3350 Metern Höhe. Damit hatten wir nicht nur einen langen und anstrengenden Wandertag hinter uns gebracht, sondern waren auch wieder in die höheren Regionen des Annapurna-Gebietes zurückgekehrt.
Wenn ich auf die letzten beiden Tage zurückblicke, dann waren sie körperlich sicherlich mit die anspruchsvollsten unserer bisherigen Trekkingtour. Aber genau das gehört eben auch zum Trekking im Himalaya. Manchmal muss man sich die schönsten Erlebnisse wirklich hart erarbeiten. Und gerade diese Mischung aus körperlicher Anstrengung, beeindruckender Natur, interessanten Begegnungen und dem einfachen Leben in den Bergen macht für mich den besonderen Reiz solcher Reisen aus.
The English translation
Enchanted rhododendron forests and back up to the heights
The next morning, the Himalayas once again showed us their most beautiful side. The sky was clear, the sun was shining, and in front of us we could see the impressive Annapurna mountain range with its snow-covered peaks. It was pleasantly warm, and once again I could hardly stop looking at this wonderful view. These mountains never stop amazing me. Our destination for today was Dobato, at around 3,350 meters above sea level. This meant that we had to climb more than 1,300 meters from Ghandruk. And that after the hard trekking day before! It was certainly going to be a big physical challenge, as we would discover during the day. The first one and a half hours were still quite pleasant. We made good progress, enjoyed the beautiful weather, and walked through a landscape that was always changing. But then it became more and more difficult. The trail went steeply uphill again, and with every step we could feel the many meters we had to climb. Along the way, we passed small streams, some of them flowing down the mountainside like little waterfalls. In some places, the trail became a little easier again, so I could find my walking rhythm and enjoy the nature around me. I was especially impressed by the beautiful rhododendron forests that we walked through during part of today’s trek. In Europe, these plants are mostly known as smaller bushes, but here in the Himalayas they can grow into large trees. Their trunks and branches are often twisted and connected in very unusual ways, making some parts of the forest look like something from a fairy tale. I love these natural forests, where nature seems to grow freely without much human influence. The old trees with their strange shapes, the rich green plants, and the special atmosphere made this one of the most beautiful parts of today’s walk for me. And who knows, maybe somewhere high up in the branches a red panda was sitting and watching us. These rare animals also live in some mountain forests of Nepal, but they are very shy and extremely difficult to see. I would have loved to see one of these special animals in the wild! Unfortunately, we were not that lucky. But we did have another wonderful animal experience. We discovered several gray langurs in the trees. These monkeys have beautiful silver-gray fur and a dark face surrounded by lighter hair. It was fascinating to watch these animals in their natural home. As we climbed higher, the landscape slowly began to change. The forests became less dense, and we gradually came closer to the natural tree line. At the same time, my legs were getting heavier and heavier. The long climbs, the steep trails, and of course the hard trekking days before were starting to make themselves felt. In total, we were on the way for about eight hours today, including around seven hours of walking and one hour of breaks. And those seven hours were really tough! It was one of those trekking days when you sometimes ask yourself why you are doing all this voluntarily. But then you look again at the snow-covered peaks of the Himalayas, the beautiful forests, or the amazing landscapes, and immediately you remember why you love being in the mountains so much. Finally, we reached our destination for today, Dobato, at around 3,350 meters above sea level. We had not only completed a long and difficult trekking day, but we had also returned to the higher mountain areas of the Annapurna region. Looking back at the last two days, I can say that they were certainly among the most physically demanding days of our trekking adventure so far. But that is also part of trekking in the Himalayas. Sometimes you really have to work hard to experience the most beautiful moments. And for me, it is exactly this combination of physical challenges, amazing nature, interesting encounters, and the simple life in the mountains that makes these journeys so special.




